Sonntag, 31. Mai 2015

Willkommen aus allen Bundeslanden auf Länderwechsler!




Icke im Gespräch mit Hamburgs Wirtschaftssenator Horch. Mit Hut: Waldemar Paulsen, ehemaliger Zivilfahnder von der Davidwache und frischer Buchautor "Meine Davidwache" mehr dazu im Frame.
Hafengeburtstag 2013- war ne Wucht! Auf der Terrasse des "Block-Bräu" an den Landungsbrücken. 


              Herzlich Willkommen aus allen Bundeslanden!


Ich melde mich aus Hamburg von der Woterkant -
an der Elbe, der Bille und der Alster!
Dies ist eine persönliche Seite, mit einer persönlichen Geschichte - für denjenigen der Fragen hat, Kontakt sucht und auch ein Länderwechsler werden will, oder schon „Neuhamburger“ also ein Quiddje ist :-)
Für Länderwechsler gibt es "Bundesländer übergreifend" keinen Ansprechpartner, weder von Amts wegen, noch sonst einer Institution. 
Sehr überrascht wurde ich durch den Landesvorsitzenden der DPolG Hamburg, Herrn Joachim Lenders! Herr Lenders hat seine Unterstützung für "Länderwechsler" zugesagt.
Das ist gut und tut gut!

Ansonsten kümmern sich die „Länder“ nur um „Ihre Leute“ nicht aber mehr, wenn diese das Bundesland verlassen wollen. 
Hart aber leider wahr.
Es gibt kulturelle Unterschiede, charakterliche und „personentypische“ von Bundesland zu Bundesland, aber auch systemische Veränderungen kommen auf einen Länderwechsler zu. Hier wollen wir ein Bild zeichnen, damit man einen Vergleich hat und nicht blauäugig eine so wichtige Entscheidung trifft - wenn der Partner eine Arbeit sucht und sie im Bundesland der „großen Liebe“ nicht findet.
Ein Länderwechsel zum Nachbarbundesland ist ´ne lockere Sache, vor allem, wenn man „nur mal eben“ 100 Kilometer zur neuen Einheit fahren muss.
Bei 700 Kilometer sieht das schon anders aus.


Ein Stadtstaat - eine Großstadt - hat eine andere Polizeistruktur und Führungskultur als ein Flächenland, die vor allem von den politischen Verhältnissen abhängig ist.
Des Weiteren gibt es Unterschiede in den Bezügen in Hamburg. Z.B. werden die Ausbildungsjahre des Beamten nicht anerkannt, d.h. Entsprechend gehen „Erfahrungsstufen“ verloren und man muss sich privat versichern, denn seit dem 01. Januar 2005 gibt es für Neueinstellungen oder Länderwechsler keinen Heilfürsorgeanspruch mehr.
Das aber nicht genug - die soziale Ungerechtigkeit weitet sich dann auch in die Freizeit aus, wenn man als Diensttauglicher, aber an einer chronischen Krankheit leidender Beamter ist, weil man stundenlang Anträge an die Beihilfe und die Kasse schreiben muss, die Widersprüche sortieren, beantworten, katalogisieren und bezahlen muss und dann muss man schauen, dass man sein Geld wieder bekommt - bleibt immer auf einem Teil seiner Kosten sitzen. Immer häufiger hören wir von Dienstunfällen, wo die Kollegen einen Rechtsstreit mit dem Dienstherrn führen mußten, weil z.b. Hamburg sich weigert die Kosten für Reha - Maßnahmen zu übernehmen. „Diesen Bänderriss hatten sie doch schon vorher!“ oder „beweisen sie uns doch dass sie die Halswirbelschmerzen nicht schon vor dem Autounfall im Dienst hatten“ - das macht uns fassungslos.
Dazu aber im Link mehr. 


Wir wollen eine Brücke bauen - praktisch unterstützen, z.B. bei der Wohnungssuche - oder dienstliche Kontakte aufbauen - denn Kontakte sind meist sehr hilfreich oder sogar nötig!


Zu guter Letzt wollen wir Beistand leisten, von Kollegen/innen zu Kollegen/innen und umgekehrt- Polizeibeamten- aber in Bezug auf Gemeinschaft, kann sich jeder Länderwechsler melden und einbringen! Also auch unsere Freunde vom Zoll, der Bundespolizei und der Justiz! Alle sind willkommen!
Dazu die Möglichkeit bei Copzone.de anonym aber persönlich Infos aus zu tauschen, zu schreiben, telefonieren, sich zum Kaffee treffen und so aus der Anonymität heraus treten.
Nach dem Motto:
„Länderwechsler seid für einander da -
gemeinsam seid ihr stark“:-) 
Die ersten Politiker haben zugesagt, dieses Thema zu unterstützen. Es gibt Härtefälle von Familienzusammenführungen, die bedürfen „der Hilfe von oben“, wir aber als Initiative bleiben unpolitisch und sind nicht parteilich!
Ein Länderwechsler - was ist das?
Es gibt verschiedene Motive für einen Länderwechsel: Einige können Karriere machen - bekommen von höchster Stelle Unterstützung, andere wollen aus „Abenteuerlust“ in ein anderes Bundesland, weil es in der Heimat, im Job oder Privat zu wenig Action gibt - oder ein außergewöhnliches Hobby in einem anderen Bundesland zu verwirklichen ist.
Dann gibt es noch diese speziellen Beamten, die sich verlieben - irgendwann, irgendwo auf dieser schönen Erde. Ganz zart entsteht Freundschaft, die Liebe wächst und meistens startet eine Fernbeziehung, die oft sehr anstrengend ist. Manche führen ein Leben lang eine Fernbeziehung, weil sie die Entspannung und Spannung von so einer „Wochenendbeziehung“ schätzen.


Wer aber seinen oder seine Liebste gern um sich hat, versucht dann einen Länderwechsel anzustreben.
Als Beamter hat man nicht so viele Rechte in Bezug auf seinen Arbeitsort, wie ein normaler Angestellter oder Selbstständiger. Denn als Beamter, hat man sich ja mit einem Bundesland als Arbeitgeber verbunden und in den seltensten Fällen will dieser Arbeitgeber den teuer ausgebildeten Beamten gehen lassen. Im Notfall gibt der Beamte seinen Leib und sein Leben um Menschen zu retten oder im Einsatz gegen einen Verbrecher - aber für ihn gelten andere gesellschaftliche Regeln was seine persönlichen Wünsche betreffen. Er muss moralisch einwandfrei sein, darf sich keine Schwächen leisten, sonst ist er alles los und steht dann als „ehemaliger Polizist“ auf der Straße.
Ich  erlaube mir die Bemerkung, dass ich nicht verstehen kann, dass es im Bundestag nicht eine Spezialabteilung gibt, die Polizeibeamten beim Länderwechsel berät und hilft und zwar nach dem Vorbild des Bundeswehrbeauftragten, den jeder Soldat, egal welchen Rang und Stellung er hat, im Notfall anrufen oder anschreiben kann.
Der „Ärger“ beginnt meistens, wenn der Beamte seinem Vorgesetzten mitteilt, dass er die Dienststelle oder die Einheit verlassen will, um in ein anderes Bundesland zu ziehen, denn er hat sich ja verliebt!
„Was, wie dumm bist Du denn? Weißt Du nicht, dass die meisten Beziehungen kaputt gehen und die Ehen zerbrechen, bleib besser hier! Sonst stehst Du in einem anderen Bundesland alleine da“…
Das haben manche schon zu hören bekommen.
Danke schön.
Als erstes muss man also die Dienststelle „Überzeugen“ der Versetzung zuzustimmen, dann braucht man natürlich beste Empfehlungen für das angestrebte Bundesland, das eigene Bundesland muss mitspielen und man hat das Vergnügen einen Tauschpartner zu suchen und zwar meist aus dem Bundesland in das man ziehen will und dieser muss natürlich im gleichen Dienstgrad sein und dem Bundesland passen. (Dafür gibt es immerhin eine Tauschpartnerbörse in denen Länderwechsler miteinander kommunizieren können.)
Dann verändert sich bei den meisten Länderwechsler-Suchenden etwas Gravierendes: In dem Moment wo die Einheit erfährt, dass der Kollege gehen will, gehört er sehr schnell nicht mehr dazu - und dass, obwohl der Ausgang eines Versetzungsantrages überhaupt noch nicht klar ist. Denn es gibt viele, die verheiratet sind und in verschiedenen Bundesländern leben und wie in einem Fall seit 8!!! Jahren auf eine Ehezusammenführung warten. Er ist Polizist in Bayern und sie in einem anderen Bundesland.
Was wenn Kinder vorhanden sind? Tragisch und stressig.
Die Kollegen: „Wer ist denn das in den Du Dich verliebt hast und was macht der so und wohin willst Du denn“ und und und. Es ist wie ein vorzeitiger Abschied der sich breit macht.
Kaum einer der ein ermutigendes Wort hat. Und dann die Wochenendbeziehung, die sich dem Dienstplan anpasst: Mal eben 700 Kilometer hin und zwei Tage später wieder zurück. Kein Problem. Unser Länderwechsel ging nicht ohne harte Arbeit, ohne kratzen, betteln, bitten, träumen und mit träumen lassen und echte Tränen der Verzweiflung. Und es dauerte. Wir brauchten Hilfe und wir bekamen Hilfe- vom Innenminister. Heute verfügen wir über Kontakte, die wir zu Beginn nicht hatten.

Wir sind mit "Laenderwechsler.blogspot.com"  zu Netzwerkern geworden!
Dite is doch was wa! Icke glob dite ja jarnisch!
Mann kennt uns an höchster "Dienst-Stelle" und hat signalisiert, in Zukunft auch in besonderen Fällen zu helfen! Das tut gut!
Politik zu machen bedeutet ja nicht immer in die Politik zu gehen, es kann bedeuten, dass man Politiker an ein neues Thema heran führt. Meine Vision ist einfach: Ein Gremium auf der Ebene des Innenministers und damit Länderübergreifend, dass Härtefälle bei Länderwechsler-Gesuchen prüft. Ganz einfach!
Bei uns gab es das Startsignal!
Und dann wurden die Sachen gepackt! Wunderschön!
Der Abschied fiel schwer, die Kollegen waren einem ans Herz gewachsen, die Heimat ist und bleibt die Heimat.
Ein neues Leben, ein gemeinsames - war das Ziel. Hamburg ist eines der schönsten Ziele! Aus der Provinz nach Hamburg zu kommen ist ´ne große Sache - aber aus Hamburg in die Provinz zu ziehen ist auch eine Herausforderung. Wer es so herum erlebt hat kann davon was schreiben!
Hier in Hamburg angekommen, neue Wohnung gefunden, neue Arbeit begonnen, angekommen bei den Chefs und Kollegen - der monetäre Verlust gehaltsmäßig ca. 500 Euro, teurere Lebenshaltungskosten und nicht bereut!
Wer Hamburg kennen lernt wird entweder wieder weglaufen wollen, weil es so groß ist oder nach einer Zeit singen „Hamburg, meine Perle“ wie unser Lokal Nachbarpromi Lotto-King Karl singt, wenn der HSV im Stadion siegt oder mal wieder verliert oder er in der O2 World Arena vor 20.000 Fans rockt! 


Wir haben im Vorfeld einiges nicht gewusst. Das Bundesland, das man verlassen will, lässt einen oft nicht gehen. Wenn das Gesuch abgelehnt wurde, muss man diese Enttäuschung erst mal verarbeiten. Da kann sich Frustration breit machen, Bitterkeit, Wut über den Dienstherrn. Und manches mal zerbricht dann die Beziehung - leider.
Manchmal wird ein Versetzungsantrag positiv verpackt, man wird dann sehr gelobt, ist unabkömmlich in der Einheit oder erhält `ne schlechte Bewertung.
In unserem Fall hat der Beamte, der hier den Wechsel „unterstützen“ sollte nur gelacht: „Hamburg will Sie - sicher, aber ihr Bundesland wird sie nie gehen lassen!“ Er kannte sich ja aus und das war sehr entmutigend.
Gab es Informationen darüber dass das Gehalt gekürzt wird? Wurde offen über das Krankenkassen - Thema gesprochen? Wurden über die Unterschiede in der Arbeitszeit geredet? Nein. Gab es von Seiten der Gewerkschaft Rat, Hilfe oder Unterstützung? Kein Stück. Danke schön, auf Wiedersehen!


Wir wollen mit Informationen helfen, wir wollen Infos sammeln und sie transparent machen damit jeder sich die „Kosten für einen Länderwechsel überschlagen“ kann. Ein Länderwechsel kann teuer werden. Ein Länderwechsel kann Verlust bedeuten.
Ich habe einige Kollegen aus den neuen Bundesländern in Hamburg kennen gelernt. Einige klagten über Vereinsamung und, dass sie keine Freunde finden. Sicher ist das oft ein persönliches Problem - man wächst in einer Stadt, einem Dorf oder einem Bezirk in Berlin in einer Gruppe auf und ist dann in einem neuen Land wo man niemanden kennt. Da bleiben zuerst nur die Kollegen, die man beim Sport treffen kann, die Diskobesuche und, wenn man eher ein verschlossener Typ ist - der zwar im Dienst auf der Straße leicht ins  Gespräch kommt, aber privat dann ein Mäuschen ist, weil so schüchtern, dann will man schnell wieder dahin wo man her kommt - denn dort kennt man sich ja aus. Und viele, so haben wir erfahren, leiden regelmäßig unter Sehnsucht nach der Heimat, unter Heimweh - wie schön, wenn es uns gelingt Kollegen aus der Heimat zu vernetzen!
So verließen Einige Hamburg wieder auf dem Dienstweg, weil sie in Hamburg keine Wurzel schlagen konnten.
Berlin bildet Polizeibeamte aus - übernimmt sie aber nicht. Es werden also immer neue Kollegen kommen und wir sagen deshalb “helft einander beim „Wurzel schlagen“ in der neuen Stadt und seid für einander da! Seid aktiv, geht trotz Schüchternheit und Vorurteilen aufeinander zu, trefft euch, schreibt euch zuerst und dann ist es gemeinsam besser.
„Wenn man zu zweit ist - ist man nicht mehr allein“ sagt ein Hausmeistersprichwort aus den 50er Jahren!
Ich kenne auch Einsamkeit und Alleinsein. Manchmal tut das gut, manchmal nur weh und da hilft kein Arzt, kein Alk als Tröster, da hilft nur rausgehen und neue Freundschaften aufbauen. Beim Sport, im kreativen Bereich, da bietet Hamburg sehr viel an.
Wir wünschen uns aber auch andere Bundesländerwechsler die es geschafft haben, sich ein wenig für Nachfolgende einzusetzen! Die Zeiten werden härter, der Umgangston auch, der Stress im Dienst die zunehmende Gewalt gegen Beamte, er muss so viel ertragen und wenn er keinen Partner in dem neuen Land hat, was dann?
Also, egal welchen kulturellen Hintergrund Ihr habt, wie alt Ihr seid - egal welchen Dienst ihr tut,  (hier gilt priesterliche Verschwiegenheitspflicht) meldet euch, wenn ihr Fragen habt, Hilfe braucht oder wenn ihr Hilfe bieten könnt. Mal sehen wie das wächst! Wir sind eine „Hand voll“ und denken „Einer für alle, alle für einen“ und das als Grundgedanke für die Neuankömmlinge- oder die, die es gern werden wollen! Und- wenn Frau mit Frau kommunizieren will- Kollegin ist auch dabei! Und wer ein persönliches Gespräch wünscht kann gern unsere Telefonnummer anfordern!


Euer Frank vom
     "Länderwechsler-Team Hamburg"